Zerbrochenheit
Advent ist eine Zeit der Vorbereitung. Es ist die Vorbereitung auf das christliche Hochfest, in dem die "Ankunft" (so die wortwörtliche lateinische Übersetzung) des Herrn Jesus gefeiert wird. Es ist das Fest, in dem die Christen verkündigen, dass Gott als Mensch in unsere zerbrochene Welt kommt, die voller Leid und Schmerz ist. Es ist die Botschaft, dass Gott uns in dieser Zerbrochenheit nicht alleine lässt, sondern mitten unter uns mit uns leben möchte. In dieser Vorbereitung wird nicht nur darüber nachgesinnt, was damals vor ca. 2000 Jahren geschehen ist. Auch wird nicht nur darüber nachgedacht, wie Gott auf unser Leben Einfluss hat, wie er unser Tun, Denken und Handeln beeinflussen kann. Es ist ein erneutes inneres Ausrichten. Ein Ausrichten neu auf Gott hin. Es ist die individuelle und kollektive zelebrierte Einladung Gottes in das individuelle und kollektive Leben der christlichen Gemeinschaft. Das ist quasi ein Vertrauensangebot auf existentialer Ebene. Dabei werden nicht nur die guten Seiten Gott "angeboten", nein, der Mensch richtet sich mit seinem gesamten Sein neu auf Gott aus, in seiner gesamten Zerbrochenheit und Gott-abgekehrtheit und erkennt dort ebenso seine Verantwortung vor und in dieser Welt.

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