Mit A.-L. schreibe ich seit ein paar Tagen wieder regelmäßiger. Sie folgt einem ihrer Träume und studiert daher seit ein paar Monaten, mit Leidenschaft, in Australien. Ihre Einstellung in vielen Dingen lehrt mich etwas, das mir sehr schwer fällt - Warten. Aber nicht irgendein Warten. Es ist das Warten darauf, dass Gott handelt. Wenn ich mich dagegen betrachte, dann fällt mir auf, dass ich viel zu schnell in eine Art Aktionismus verfalle. Ich habe die Dinge am liebsten selber in der Hand. Kontrolle ist das Stichwort. Aber was sagt sie stattdessen? "Ich warte gerade darauf, dass Gott etwas tut!"
A.-L. hat mir unbewusst etwas über meinen Lieblingsbibelvers beigebracht:
"Und das Wort wurde Fleisch und wohnte mitten unter uns..."
Schon seit vielen Jahren krempelt dieser Vers mein Denken um und nun passiert es mal wieder. Advent bedeutet Ankunft. Die Ankunft dessen, der bei der Schaffung von Himmel und Erde gegenwärtig war. Advent ist aber auch eine Vorbereitungszeit. Eine Zeit in der man sich auf Gottes Ankunft vorbereitet. In der Rückschau auf Jesu Geburt, in der Vorschau auf seine Wiederkunft und in der Gegenwart auf seine Ankunft in meinem Herzen. Dennoch schleicht sich bei mir immer wieder ein Denkfehler ein - dass ich der Handelnde sei. Vorbereitung ist ein aktives Wort - also sei ich der Akteur. Aber ist das wirklich so? Nein. Egal wie gut oder schlecht ich mich vorbereiten kann - es ändert nichts an Gottes Handeln. Gott, oder wie es der Vers formuliert, das Wort, wurde Mensch. Ein Mensch wie ich es bin. Er ist es, der mir nahe kommt - nicht ich komme ihm nahe. Er ist es, der das notwendige tat, um mich vorzubereiten. Er ist es, der die Gemeinschaft mit ihm bewirkt - nicht ich.
A.-L. hat mehr vom Advent in ihren Einstellungen, als ihr vielleicht bewusst ist, aber es ist genug, dass ich etwas daraus lernen kann.
Das einzige was ich machen kann ist darauf zu warten, dass er kommt.

"Das einzige was ich machen kann ist darauf zu warten, dass er kommt." - kann ich voll unterschreiben.
AntwortenLöschenUnd wenn ER dann da ist, IHM nicht den Rücken zukehren...
Schönen zweiten Advent vom alten Dorpfparrer