Es ist nun ungefähr 6 bis 7 Jahre her, dass mein Freund Ben B. sich mit mir über ein sehr interessantes Zitat austauschten:
"Vertrauen meint das sich bestimmen lassen eines Menschen zur Hingabe an ein Gegenüber in der Hoffnung auf Gutes."
Allein wegen dieser Diskussion war ich innerlich dazu gedrängt, diesem Buch einen Platz in meinem Regal zu widmen. Noch heute denke ich mit Freude an die vielen Diskussionen zurück, die wir miteinander teilten. Mein Bücherregal ist also mehr als eine Ansammlung von Büchern. Es ist eine Ansammlung von Erinnerungen an Zeiten, in denen ich diese Bücher gekauft, gelesen und mit ihnen gearbeitet habe.
Der Autor, W. Härle, beschreibt Glauben in diesem Kapitel als Vertrauen. (Für M. Luther waren diese Begriffe sogar Synonyme) Die individuelle Neuausrichtung auf Gott als Vertrauen zu definieren, ist also ein sich beständig wiederholender Schritt. Als Relationsbegriff benötigt "Vertrauen" ein Gegenüber. Dieses Gegenüber, so vertraut es uns als Christen sein mag, ist dennoch immer größer als wir selber. Wäre dem nicht so, so wäre Gott nur ein Gedanke, ein gedachter kleiner Gott - aber eben nicht Gott. In dieser Hingabe an Gott lässt man sich bestimmen, in dem was man tut, denkt und will. Das ist abernicht gemeint im Sinne einer Fernsteuerung, sondern im Sinne der persönlichen Ausrichtung. Es ist das Wissen darum, dass man nicht alles in der Hand haben kann. Es ist die Gelassenheit, dass man nicht alles in der Hand haben brauch.
Ein Manko hat das Vertrauen aber: Es gibt keine Sicherheit - nur Gewissheit.
Doch genau diese Gewissheit speist sich nicht nur aus der Hoffnung, dass Gott es gut mit uns meint und sie speist sich auch aus der Erfahrung, dass er es gut mit uns meint. In dieser Erfahrung merken wir, besonders in schweren Zeiten, dass wir nicht alleine sind - auch entgegen unseren situativ bedingten Empfindungen.
Vertrauen in Gott lernen, als die individuelle Ausrichtung auf Gott hin, bedeutet zu lernen und zu erfahren, zu Gott sagen zu können: "Aber du bist da!"
Ein Manko hat das Vertrauen aber: Es gibt keine Sicherheit - nur Gewissheit.
Doch genau diese Gewissheit speist sich nicht nur aus der Hoffnung, dass Gott es gut mit uns meint und sie speist sich auch aus der Erfahrung, dass er es gut mit uns meint. In dieser Erfahrung merken wir, besonders in schweren Zeiten, dass wir nicht alleine sind - auch entgegen unseren situativ bedingten Empfindungen.
Vertrauen in Gott lernen, als die individuelle Ausrichtung auf Gott hin, bedeutet zu lernen und zu erfahren, zu Gott sagen zu können: "Aber du bist da!"

Also: Auf der einen Seite liebe ich Dogmatik... War im Studium mein Lieblingsfach. Ich habe z.B. den ersten Satz der Dogmatikvorlesung von Prf. M. Seils sofort kapiert und mir sofort gemerkt: "Wir wollen nach dem Grund des Glaubens fragen. Das heißt nicht, wir wollen fragen, warum der Glaube glaubt, wenn er glaubt. Sondern wir wollen fragen, was der Glaube glaubt, wenn er glaubt, und was er glaubend meint, wenn er "Gott" sagt." Großartiger Satz, kommt ohne ein Fremdwort aus und bringt es auf den Punkt.
AntwortenLöschenDas ist die eine Seite. Die andere Seite ist die Sicht aus der "Perspektive eines Dorfpfarrers". Manchmal kam mir Theologie so vor: "Es ist die Kunst, die einfachen Glaubenswahrheiten so auszudrücken, dass auch die Intellektuellen Schwierigkeiten haben, es zu verstehen."
Ich muss ja schließlich - und das mache ich gerne - es auch auf den Punkt bringen bei denen, die vor mir sitzen im Trauergespräch, bei Krankenbesuchen ... usw. - und da muss es einfach sein... auch in ihren "situativ bedingten Empfindungen. ..." (Zitat von Härle, sieh oben :-)
Gruß vom alten Dorfpfarrer
"situativ bedingte Empfindungen" stammt von mir :-)
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