Verknüpft
In der Adventszeit war eines so sicher, wie das Plätzchen backen: Strohsterne basteln. Strohsterne sind eine feine Sache. Während sie gebastelt werden lauscht man weihnachtlicher Musik, schult seine Feinmotorik und kommt nebenher noch ins Gespräch. Wenn sie einmal fertig sind, zieren sie in vielen Variationen den Weihnachtsbaum, Fenster und andere Orte, an denen sie dekorativ zur Geltung kommen können. Als vorweihnachtliches Geschenk machen sie auch einiges her, da Zeit und Liebe investiert wurden. Daher sind sie für mich ein wichtiger Bestandteil meines ästhetischen Weihnachtsempfindens geworden.
Wenn ich einen Strohstern von ganz nahe betrachte, dann scheint es so, als ob es ein unübersichtliches System sei. Doch dem ist nicht so. Es ist ein logisches Geflecht, welches ein Muster durch Wiederholungen ergibt und durch einen Faden zusammengehalten wird. Das Muster bildet sich um ein Zentrum.
Nehmen wir den Strohstern als Bild für die kollektive Ausrichtung auf Gott. Jeder einzelne Strohhalm sei eine Person, die sich auf Gott ausrichtet. Doch richten sich die Personen nicht alle alleine aus, sondern zusammen. Gemeinsam bilden sie eine Gemeinschaft, die durch den Heiligen Geist zusammengeführt und zusammengehalten wird. Nicht jeder Strohhalm hat mit jedem zu tun, dennoch sind sie alle miteinander verbunden - die Gemeinde. Aus der Sicht eines jeden Strohhalms scheint alles unübersichtlich, da keine die Perspektive von Außen hat, dennoch weiß jeder Strohhalm, dass er sich und die Strohhalme um ihn herum auf das Zentrum ausrichtet. Das Zentrum, um das sich alle ausrichten ist Gott, wie er in Jesus Christus Mensch geworden ist.
Wenn Advent demnach die individuelle und damit ebenso die kollektiv-verwobene Ausrichtung auf Gott ist, so wie er sich uns in Christus gezeigt hat, dann sollten wir uns als Christen immer wieder unterhalten. Unterhalten sollten wir uns darüber, wie wir Gott erlebt und kennen gelernt haben. Gerade weil wir niemals ein vollständiges Bild von Gott haben können, dürfen wir von dem, wie er uns begegnet, gegenseitig erzählen und dafür Gott die Ehre geben und ihn Loben. Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass wir in gegenseitiger Verantwortung als Christen füreinander einstehen sollen.









